Trinkwasser aus dem Meer

Wasser bedeckt zwei Drittel der Erdoberfläche, und der menschliche Körper besteht zu 75 Prozent daraus. Wasser ist der Quell des Lebens, doch einige Regionen unseres Planeten haben fast keines, und in vielen Regionen besteht akuter Trinkwassermangel. Wasserversorgungslösungen von ABB helfen, diese Situation zu verbessern.

Trinkwasser aus dem Meer für Millionen von Menschen?
Sicher.

ABB liefert ein energieeffizientes Energie- und Automatisierungspaket für die weltweit größte Meerwasserent-salzungsanlage, die derzeit im algerischen Oran gebaut wird. Dank des Pakets kann in der Anlage die Umkehrosmosetechnologie (Reverse Osmosis, RO)* eingesetzt werden.
Die Effizienz der ABB-Technologie ist zentraler Schwerpunkt des Projekts, da die elektrische Energie einer der größten Betriebskostenfaktoren beim Entsalzungsverfahren ist: Der Energieverbrauch macht zwischen 20 und 60 Prozent der gesamten Produktionskosten aus. Durch die höhere Effizienz dieses Verfahrens wird Trinkwasser erschwinglicher.

Fast die gesamte Fläche Algeriens wird als „arid“ eingestuft. Das Land besteht zu 80 Prozent aus Wüstenregionen, in denen fast kein Regen fällt. Doch ein zuverlässiges, kosteneffizientes Entsalzungsverfahren und das Mittelmeer stellen eine reichhaltige Trinkwasserquelle dar.

Mit der Inbetriebnahme der Entsalzungsanlage Magtaa im Jahr 2011 sollen etwa 500.000 Kubikmeter Trinkwasser pro Tag produziert werden. Dies deckt den Bedarf von rund fünf Millionen Menschen.

Komplettes Elektrotechnikpaket
DABB liefert für die Versorgung des gesamten Werks ein komplettes Elektrotechnikpaket. Es umfasst Leistungstransformatoren, ein Paket aus Mittelspannungs- und Niederspannungsschaltlösungen sowie ein 220-Kilovolt-Umspannwerk. Letzteres stellt eine zuverlässige, ausreichend dimensionierte Stromversorgung für das Entsalzungsverfahren sicher, ohne dabei das algerische Stromnetz zu destabilisieren.

Zur Unterstützung des Entsalzungsverfahrens liefert ABB 33 Mittelspannungsantriebe. Diese intelligenten Motorsteuersysteme sorgen im Vergleich zu herkömmlichen Saugventilsteuerungen für eine erhebliche Senkung des Stromverbrauchs der Motoren, die für den Antrieb von Pumpen und anderen Aggregaten in Entsalzungsanlagen eingesetzt werden.

In der Anlage werden die Antriebe die elektrischen Verluste vom Bezugspunktziel, das bei fünf Prozent liegt, auf nur drei Prozent reduzieren. Dies entspricht einer enormen Verbesserung der Energieeffizienz im Vergleich zu den anerkannten Industriestandards.

Die ABB-Antriebe senken auch die Ausfallzeiten der Anlage, reduzieren die mechanische Belastung von Pumpen sowie die elektrische Belastung von Motoren und verlängern die Lebensdauer der semipermeablen Membranen, die das Herzstück des Umkehrosmose-Entsalzungsverfahrens darstellen.

ABB ist ein führender Anbieter von Energie- und Automatisierungslösungen für die Wasserversorgungsbranche. Das Unternehmen weist umfassende Möglichkeiten im Bereich integrierter, optimierter Systeme der Mess-, Regel- und Elektrotechnik vor und bietet ein umfangreiches Angebot an Automatisierungssystemen zur Steigerung von Energieeffizienz, Produktivität und Zuverlässigkeit von Anlagen.

Strategische Partnerschaft
Das Werk Magtaa wird von Hyflux Ltd. aus Singapur gebaut, einem führenden Unternehmen im Bereich der Wasseraufbereitung, das auf Membrantechnologien spezialisiert ist. ABB ist mit Hyflux eine strategische Partnerschaft eingegangen. Ziel dieser Partnerschaft ist die Entwicklung energieeffizienter Technologien und Lösungen für die Membranoptimierung und für Überwachungssysteme der Umkehrosmose sowie für die Überwachung der Leistungsfähigkeit und Effizienz von Pumpen.

*Umkehrosmose: Brackwasser oder Meerwasser wird mit hohem Druck durch eine feinporige, semipermeable Membran in einen abgeschlossenen Behälter gepumpt. Konzentrierte Solen und Verunreinigungen verbleiben auf der einen Seite der Membran; Wassermoleküle können diese durchdringen, so dass auf der anderen Seite nur das Trinkwasser gelangt. Die Ausübung von Druck mithilfe einer Pumpe ist notwendig, da bei der herkömmlichen Osmose die Wassermoleküle natürlicherweise in die andere Richtung fließen würden – in Richtung höherer Salz- und Verunreinigungskonzentrationen.