Optimierung von Anlagenprozessen
Eine umfassende Energie- und Automatisierungslösung für Hydro Aluminium trägt zur Steigerung der Produktivität und Energieeffizienz im hochmodernen Werk des Unternehmens im norwegischen Sunndal bei.
Seit der Eröffnung des Werks im Februar 2004 konnte Hydro die ursprünglich geplante Produktivität des Werks um 15 Prozent und dessen Energieeffizienz um 25 Prozent steigern.
Zu diesen eindrucksvollen Verbesserungen tragen die umfassenden Energie- und Automatisierungslösungen bei, die ABB im Rahmen der Modernisierung des Werks und der Umstellung vom Söderberg-Verfahren auf HAL 250, das eigene Elektrolytreduktionsverfahren von Hydro, für beide Elektrolyseanlagen des Werks geliefert hat.
Sunndal ist das größte Aluminiumwerk in Europa. Gleichzeitig handelt es sich dabei um die weltweit modernste Anlage dieser Art. Sie produziert mit Hilfe von 516 Elektrolysezellen in zwei Elektrolyseanlagen 360.000 Tonnen Primäraluminium pro Jahr.
Über die Hälfte der weltweit für die Gewinnung von Nichteisenmetallen (alle Metalle außer Eisen und Eisenlegierungen) eingesetzten Energie wird für die Produktion von Primäraluminium verwendet, so die Internationale Energieagentur in einem 2007 veröffentlichten Bericht über Energieeffizienz und CO2-Emissionen in der Industrie.
Aluminium ist eines der in der Erdkruste am häufigsten vorkommenden Metalle. Seine Gewinnung ist jedoch seit jeher ein Verfahren, das große Mengen elektrischer Energie erfordert. Da die elektrische Energie einen bedeutenden Teil der Kosten für Aluminium ausmacht (laut Hydro bis zu 30 Prozent des Metallwerts), ist die Industrie kontinuierlich bestrebt, die Effizienz des Verhüttungsverfahrens zu optimieren.
Ein Werk wie Sunndal braucht für die Produktionsprozesse sehr große Mengen zuverlässig gelieferter Elektrizität, da ein Schmelzofen nicht ohne weiteres neu gestartet werden kann, nachdem er abgeschaltet wurde. Wenn der Strom ausfällt und sich die Elektrolyseanlage abschaltet, kann geschmolzenes Aluminium in kurzer Zeit erstarren. Der Neustart einer solchen Anlage ist unter Umständen ein kostspieliges Verfahren.
Solide Lösungen
ABB belieferte die beiden Elektrolyseanlagen von Sunndal mit umfangreichen Systemen, unter anderem mit Leistungselektronik und Stromversorgungssystemen zur Sicherstellung einer zuverlässigen Stromversorgung sowie mit Automatisierungslösungen.
Diese umfa
ssen prozessunterstützende Technologien wie zum Beispiel Gleichrichtergruppen und Prozessleitsysteme, Oberwellenfilter, integrierte Schaltanlagenmodule sowie Niederspannungs- und Gleichspannungsverteilungsanlagen.
ABB war für alle Aspekte der Lösungen verantwortlich – für Konzeption, Lieferung, Errichtung, Prüfung, Inbetriebnahme und Projektführung.
Im Rahmen der Optimierungsstrategie und der Bemühungen von Hydro, die Kontinuität des Betriebs der Elektrolyseanlagen zu sichern, wurde mit ABB ein Service- und Wartungsvertrag abgeschlossen, der den gesamten Lieferumfang von ABB für das Werk bezüglich Energie und Automatisierung umfasst.
Hydro ist weltweit einer der größten Hersteller von Primäraluminium, und Sunndal ist das größte Werk des Unternehmens.
ABB ist mit einem Marktanteil von 50 Prozent Markt- und Technologieführer im Bereich der Umrichtungstechnologie für Schmelzofenanwendungen und kann erfolgreiche Projekte auf der ganzen Welt vorweisen, auch beim weltweit größten Aluminiumwerk in Katar, dessen Bau 2009 aufgenommen wurde.