Frische Brise für Offshore-Windparks
ABB liefert die Technologie, die es dem deutschen Energieversorgungsunternehmen TenneT ermöglichen wird, den weltweit am weitesten vom Festland entfernten Offshore-Windpark bei minimaler Umweltbelastung an das deutsche Stromnetz anzubinden.
Der 400-Megawatt-Windpark BARD Offshore 1, der sich in 125 Kilometer Entfernung von der Küste in der Nordsee befindet, soll 1,5 Millionen Tonnen Kohlendioxidemissionen pro Jahr einsparen, da sich dadurch die Erzeugung entsprechender zusätzlicher Strommengen mit fossilen Brennstoffen erübrigt.
ABB bindet diesen weltweit am weitesten vom Festland entfernten Windpark mithilfe der HVDC-Technologie (Hochspannungs-Gleichstromübertragung) an. Obwohl diese Technologie schon seit mehr als 50 Jahren existiert, wurden erst mit der Entwicklung der Technologie HVDC Light® von ABB vor etwa zehn Jahren die technischen Voraussetzungen dafür geschaffen, Windparks weit entfernt von der Küste zu bauen.
Deutschland strebt an, bis 2020 35 Prozent des Stroms, den das Land benötigt, aus erneuerbaren Energiequellen zu erzeugen. Im Jahr 2011 liegt der Anteil bei rund 20 Prozent. Die Windkraft machte 2010 ungefähr 37 Prozent des in Deutschland erzeugten Stroms aus erneuerbaren Energiequellen aus. Da die besten Standorte an Land jedoch bereits erschlossen sind, wenden sich die deutschen Energieversorger jetzt Offshore-Standorten zu.
Der wichtigste Vorteil von Offshore-Standorten ist das enorme Windpotenzial, das auf dem Meer genutzt werden kann. Die durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten sind rund 20 Prozent höher als an Land. Der resultierende Energieertrag von Windkraftanlagen ist um bis zu 70 Prozent höher.
Die Anbindung per Drehstrom ist zwar eine kostengünstige Lösung für die Anbindung kleinerer, küstennaher Offshore-Windparks an das Stromnetz. Für entfernter gelegene Offshore-Windparks hat sich jedoch HVDC Light als beste Technologie erwiesen.
Mit HVDC Light kann die Leistung umfassend geregelt werden, sodass die schwankenden Stromliefermengen von Windparks nicht zu Netzstörungen führen. Die HVDC-Light-Übertragungssysteme sind zudem äußerst effizient und weisen auch über große Entfernungen nur sehr geringe Übertragungsverluste auf.
Der Einsatz ölfreier Seekabel bis zur Küste und die daran angeschlossenen unterirdisch verlegten Kabel bis zu einem Umspannwerk, das sich 75 Kilometer von der Küste entfernt im Hinterland befindet, sind weitere Maßnahmen, mit denen bei dieser Übertragungstechnologie die Umwelt geschützt wird.
Die Offshore-Windkraftkapazität ist zwar derzeit noch gering, wächst aber schneller als die Kapazität von Binnenwindparks. Die 20 Mitgliedsländer der IEA Wind, einer Unterorganisation der Internationalen Energieagentur, steigerten die Offshore-Windkraftkapazität von 2006 bis 2007 um 26 Prozent. Die Windkraftkapazität von Anlagen im Binnenland wuchs im Vergleich dazu nur um 21 Prozent.
ABB ist der weltweit größte Anbieter elektrotechnischer Produkte und Dienstleistungen für Windturbinenhersteller. Das Angebot des Unternehmens reicht von Generatoren über kompakte Umspannwerke bis hin zu Netzanbindungen.